Online-Kurse aus dem Bereich der primären Präventionsarbeit anhand vielfältiger Materialien und Tools mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen umsetzen.
Sie sind bereits registriert? Dann melden Sie sich hier mit Ihren Zugangsdaten an:
Passwort vergessen?
Sie möchten vhs-Kursräume nutzen? Dann registrieren Sie sich hier kostenfrei:
Radikalisierungsmotive thematisieren, Abgrenzung lernen
Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene stehen im Fokus der Rekrutierungsbemühungen extremistischer Gruppen. Dass junge Menschen dabei eine größere Anfälligkeit für diese Ansprache zeigen, liegt u.a. in den Ausprägungen der Lebensphase – Wunsch und Suche nach Sinnhaftigkeit, Orientierung und Zugehörigkeit – begründet. Entsprechend geben Extremist*innen sich jugendnah, sie bieten vorgeblich Klarheit anhand schwarz-weißer Antworten, sie ermöglichen scheinbare Gemeinschaft und Abenteuer.Der Anziehungskraft extremistischer Rekrutierer*innen gilt es, etwas entgegenzusetzen. Jugendliche und junge Erwachsene benötigen Rüstzeug und Wissen, um die Rhetorik von Extremist*innen dechiffrieren und sich abgrenzen zu können: Was bedeutet eigentlich „extremistisch“? Und was heißt „radikal“? Warum radikalisieren sich Menschen und was passiert dabei? Wo und wie möchte ich mich und meine Erfahrungen und Talente einbringen und Halt finden? Hier setzt der Online-Kurs an.
Über Identität(en) sprechen, Zugehörigkeiten nachspüren
Die Suche nach der eigenen Identität spielt für Jugendliche und junge Erwachsene eine sehr wichtige Rolle. Sie befinden sich in einer Lebensphase, in der sich neue Handlungsspielräume ergeben und alte Deutungs- sowie Bewältigungsmechanismen in Frage gestellt werden. Identitätsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist auch deshalb wichtig, da extremistische Gruppierungen unabhängig von ihrer ideologischen Fokussierung die Suche nach Orientierung und Halt für ihre Rekrutierungszwecke nutzen: Eindeutige Handlungsanleitungen sowie klare Antworten auf jugendphasentypische Fragen werden in den Propagandaaktivitäten extremistischer Akteur*innen aufgegriffen.Im Rahmen des Online-Kurses steht der Begriff der „Identität(en)“ im Fokus, es wird eine Auseinandersetzung mit der Vielzahl an individuellen Identitätsmerkmalen initiiert. Jugendliche werden in ihrer Selbstwahrnehmung unterstützt und gezielt dazu ermutigt, sich mit der Frage zu beschäftigen, welches „Mehr“ an Identitäten und Zugehörigkeiten sie selbst definiert. Es geht demnach zum einen um ein Bewusstwerden der eigenen Identität(en) zum anderen werden Selbst- und Fremdwahrnehmung reflektiert und eigene Stärken erarbeitet.Sich und die eigenen Facetten (besser) kennen- und schätzen lernen, Orientierungspunkte ausmachen – mit dem Online-Kurs Fokus Identität.
Klassismus zum Thema machen, die eigene Stimme nutzen
Die Gesellschaft ist geprägt von Klassismus. Obwohl Armutsbekämpfung als Thema in politischen Diskursen von Sozialverbänden, Gewerkschaften, einigen Parteien und anderen politischen Akteur*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen aufgegriffen wird, ist (das Sprechen über) die eigene Klassenzugehörigkeit noch immer tabuisiert in unserer Gesellschaft.Jedoch ist für Jugendliche und junge Erwachsene, besonders jene, die von Klassismus betroffen sind, der Zugang zu Diskursen über Klassismus erschwert. Denn diese werden – wenn überhaupt – vor allem in akademischen Kontexten geführt. Selten wird die Komplexität des Themas oder die verwendete Sprache für Personen ohne akademische Bildung zugänglich gemacht. Dies macht das Einstehen für eine chancengerechtere Gesellschaft zwar schwieriger, aber auch umso wichtiger.In diesem Online-Kurs thematisieren Jugendliche Begriffe rund um Klassismus und soziale Ungerechtigkeit, behandeln das Thema Armut in Deutschland vertiefend und entwerfen eine solidarische und/oder empowernde Kampagne gegen Klassismus. Der Online-Kurs soll einen Beitrag leisten, den eigenen Lebensweg in einer von Klassismus geprägten Gesellschaft zu reflektieren und zu gestalten. Es soll diskutiert, geknobelt und kreativ miteinander gelernt werden.
Über Alltagsrassismus sprechen, gesellschaftliche Positionierungen reflektieren
Die gesellschaftliche Diversität ist Realität und gleichzeitig eine Herausforderung für das Miteinander. Diskriminierungen wie Rassismus sind Teil dieser Realität. Obwohl Rassismus das Leben vieler Menschen in Deutschland prägt, ist das Sprechen über Rassismus nach wie vor tabuisiert. Rassismus prägt unseren Alltag. Daher ist es wichtig, dass Jugendliche und junge Erwachsene Räume vorfinden, in denen sie Rassismus-(erfahrungen) thematisieren können und diese anerkannt werden. So bekommen sie die Möglichkeit unterschiedliche gesellschaftliche Positionierungen in Bezug auf Rassismus zu reflektieren. Dies gilt sowohl für Personen, die von Rassismus betroffen sind, als auch für Personen, deren Zugehörigkeit zu Deutschland nicht in Frage gestellt wird. Im Online-Kurs erarbeiten die Teilnehmenden eine eigene Definition von Rassismus und lernen unterschiedliche Definitionen zu Rassismus(kritik) kennen. Sie können sich zu unterschiedlichen Aussagen positionieren und werden für Privilegien und Ressourcen sensibilisiert. Mithilfe eines Films lernen sie Erscheinungsformen des modernen Rassismus und verschiedener Lebensrealitäten kennen. Insgesamt bietet der Kurs einen (Selbst-)reflexionsrahmen für eigene Erfahrungen und ermöglicht eine wertschätzende, fehlerfreundliche, (ver-)lernende und kreative Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex.